Dual User – dampfen und rauchen

ZigarettenkippenDual User werden mitunter seltsam beäugt. Sie passen nicht 100% zu den e-Zigarettennutzern (Dampfern) und von den Zigarettenrauchern werden sie mit Weihwasser besprenkelt und Silberkugeln gejagt. Was sind Dual User und wie kommt es dazu?

Der Artikel entstand im Rahmen einer Blogparade der Seite Dampfdiday / Seite existiert nicht mehr (besser bekannt unter Kurbelursel oder mered.de mit der Kolumne aufgeschnappt).

Danke an dieser Stelle für ihre Bemühungen um die Bloggerszene im Dampfbereich. Aufgeschnappt von Kurbelursel ist mein Lesetipp an alle Dampfer. Kommt raus aus der FB Schlaufe und schaut auch mal ins Internet (ok, der das hier liest macht es ja schon, die anderen werden das nicht lesen).

Dual User

Ein Dual User (oder schreibt man Dualuser?) im Bereich dampfen/rauchen sind Personen die eine E-Zigarette dampfen und zusätzlich Zigaretten rauchen.

Das Verhältnis von dampfen zu rauchen kann höchst unterschiedlich sein. Manch einer raucht den ganzen Tag und dampft am Abend vor dem Fernseher, der nächste möchte auf ein paar Schlüsselzigaretten, wie die Zigarette zum Kaffee nicht verzichten.

Dualuser sind auf beiden Terrains heimisch und werden von keiner der Gruppen richtig verstanden.

Die verschiedenen Nutzergruppen

Betrachten wir erst einmal die Ausgangssituation der verschiedenen Nutzergruppen

Der Zigarettenraucher

Selbiger ist süchtig, hat seine Rituale und glaubt auf bestimmte Zigaretten nicht verzichten zu können. Ein Zigarettenraucher weiß meist dass das ungesund ist und dass er irgendwann aufhören muss.

Sagt man ihm aber dass er aufhören soll, dann ist diese Erkenntnis hinüber und er zitiert viele Beispiele von Rauchern die ein biblisches Alter erreicht haben.

Natürlich fehlen Sprüche nicht wie:

  • Ich lebe in einem freien Land und kann rauchen wenn ich will
  • Ich lasse mir nichts verbieten
  • Man kann auf alles verzichten, Sex, Alkohol und Zigaretten. Doch wo ist die Lebensqualität?

Diese Sprüche sind Selbstschutz, man möchte eine Schwäche zur Stärke und zum Charakterzug emporheben.

Zudem vermutet er hinter jedem gut gemeinten Ratschlag einen Anschlag aus der grünen Ecke.

Im Grunde weiß jeder Zigarettenraucher dass rauchen mistig ist. Zugeben wird er das nur in Raucherkreisen.

Die Ausnahme bildet der Dual User unter den Rauchern. Der gibt stets zu dass rauchen ungesund ist und würde gerne damit aufhören. Der Dualuser ist der Nestbeschmutzer in den Reihen der Zigarettenraucher.

Der E-Zigarettennutzer, der Dampfer

Zum Dampfer kann man aus zweierlei Gründen werden. In der Hauptsache weil man eine Alternative sucht um möglichst sanft vom rauchen weg zu kommen. Das ist die Hauptgruppe und macht sicher nahezu 100% aus.

Es gibt aber auch vereinzelte Dampfer die einfach aus Genuss zum dampfen gekommen sind und Freude daran haben. Auf jeden Fall ist das besser als zum Raucher zu werden.

Als Zigarettenraucher ist man unter den Dampfern das Opfer das keinen Willen hat, der es nicht verstanden hat.

Das Outing

Sich als Dual User zu outen ist gar nicht so einfach. Man wird von der einen wie der anderen Gruppe nicht ernst genommen oder gar verstanden.

Die eine Gruppe, die Dampfer, entgegnen mit Sprüchen wie „Wenn man will klappt das schon“. Die Zigarettenraucher sagen „Ich habs ja schon immer gesagt, das taugt nix. Schmeiß das Gelumpe weg.“

Entgegnet einer einem mit „Wenn man will…“, bedeutet das übersetzt man hat keinen Willen. Wer so etwas schreibt hat keinerlei Ahnung über Süchte. Da kann man nur entgegnen, wenn man will dann braucht es auch kein Dampfgerät.

Die Diskussion geht dann natürlich weiter mit „Ich meine es ja nur gut mit dir“. Ja danke, darauf kann ich gerne verzichten.

Einige allerdings sind bereit sich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und geben Ratschläge wie man sich selbst etwas überlisten kann. Dieser meint es sehr gut, übersieht aber dass der Dual User sehr wohl in der Lage ist sich selbst zu reflektieren und selbst zu überlisten.

Ein Outing ist eine mutige Sache, vor allem wenn man kein Einsteiger ist, sondern wie ich, sich bereits mehrere Jahre mit dem dampfen beschäftigt und aktiv dampft. Man muss sich mit dem Outing einiges eingestehen, egal in welche Richtung.

Warum bin ich Dualuser?

Mein erster Kontakt mit der E-Zigarette waren die kleinen Sticks (Cigalikes) die wie eine Zigarette aussahen und einfachst funktionierten.

Ich hatte mich sofort damit angefreundet und mein Zigarettenkonsum ging nach unten. Eines Tages führte der Tabakladen diese Cigalikes nicht mehr und ich machte mich auf die Suche im Internet was es so gibt.

Letztendlich landete ich in einem Forum und fand viele begeisterte Dampfer. Es wurde mir persönlich, also vor Ort, geholfen und so kam ich zu meinem ersten Equipment. Dieses Equipment hatte nichts mehr mit Cigalikes zu tun, das waren größere Geräte.

Dummerweise war der Tag an dem ich die Sachen kaufte auch der Tag an dem ich für ein paar Tage in den Urlaub fuhr. Zuerst zu einer Bekannten, dann zu meinem Bruder. Beide sind Zigarettenraucher und so war mein Versuch an diesen Tagen zum Dampfer zu werden gescheitert.

Doch diesem missglückten Start die Schuld zu geben wäre nicht gerechtfertigt. Auch gebe ich meiner Freundin nicht die Schuld die von E-Zigaretten gar nichts hält, im Gegenteil, sie hält diese sogar für schädlich.

Ich bin ein Gewohnheitstier, brauche etwas in den Fingern. Brauche so etwas wie eine Zigarettenpause, so etwas wie „noch eine Zigarette, dann geht es weiter“.

Meinen Kaffee am morgen kann ich mir ohne Zigarette nicht vorstellen. Habe es zwar schon mit der E-Zigarette versucht, aber egal welches Liquid und welches Equipment, es stellt mich nicht zufrieden.

Der Frust

Ja, den gibt es als Dualuser auch. Ich bin nicht gerne Dualuser und ich weiß dass ich den Schalter irgendwo umlegen muss. Neben der Gesundheit ist es auch das Geld das man spart – allseits in den Footern in den verschiedenen Foren zu sehen. Diese Banner signalisieren dass man es nicht geschafft hat. Sie ermuntern mich auch nicht.

Ich glaube diese Banner sind nur dazu geschaffen um Backlinks aus einem Forum heraus zu generieren.

Ja, es ärgert mich dass ich noch rauche und ich sehe auch kein Ende. Ich sehe höchstens ein günstigeres Verhältnis, sprich ich rauche noch weniger und dampfe mehr.

Die Freude

Wo Licht da auch Schatten. Ich weiß dass ich mit der E-Zigarette eine Möglichkeit habe komplett mit dem rauchen aufzuhören.

Zudem rauche ich nicht durchgängig. Es gibt viele Zigaretten die durch das dampfen ersetzt werden. Und so bin ich bereits ein gutes Stück Weg gegangen, aber noch nicht vollständig. Ob ich diesen Weg jemals vollende, weiß ich nicht.

Danke an all die Dampferkollegen die einem immer wieder Mut machen ganz auf die E-Zigarette umzusteigen. 🙂

Bevor du empört kommentierst, ja, ich schreibe ein bisschen ironisch und erfülle Klischees in dem Artikel.

6 Gedanken zu “Dual User – dampfen und rauchen

    • Die Sucht, damit meinte ich nicht das Nikotin. Ich glaube das ist es nicht. Das sind ganz andere Dinge, wie ich schrieb. Sowas die Zigarettenpause und der gleichen. Die kleine Belohnung wenn man was erledigt hat. Diese Sucht ist das schlimme.

      • Ja, ich glaube, ich weiß jetzt was Du meinst. Mir war die Zigarette so etwas wie ein Maßstab, an dem ich mein Leben ausgerichtet habe. – Eben diese Pausen und Belohnungen. Und nach Operationen wurde sozusagen mittels Zigarette getestet, ob es einem schon besser geht und sie wieder zu schmecken beginnt. 😉
        Drum hat mich das Dampfen – dort, wo ich es mir gestattete, im Gegensatz zum Rauchen, auch so durcheinander gebracht. Daher hatte ich mir eine Zeitschaltuhr installiert. Damit meine Dampfpause nicht überhand nahm. Und ich legte mir einen Handschmeichler neben die Getränkeflasche/Tasse, damit ich immer mal auswählen konnte, was ich jetzt wirklich brauchte.
        Naja, ich denke, Du wirst solche Tipps kennen und damit Deine eigenenErfahrungen längst gemacht haben.
        Jedenfalls finde ich Deinen Beitrag eine wirkliche Bereicherung. Denn sich so zwischen den Welten, fühlen, das ist mir damals gar nicht so aufgegangen. Aber da ist wirklich was dran.
        Ich wünsche Dir jedenfalls Zufriedenheit und Ruhe, dass Du Dich wohl fühlst und Dir keinen Druck machst, wegen der paar Zigaretten.
        cu
        Kurbelursel

  1. Der Begriff „Dualuser“ stammt aus den Reihen der „Experten“ und wurde bereits aus meinem
    Wortschatz gelöscht.
    Ich habe mich nie als „Dualuser“ gesehen, sondern als Raucherin, die sich einmal das „Suchtmittel und Nervengift Nikotin“ mit Dampfwolken reinzieht und nach Lust und Laune auch mal mit Rauchwolken.
    Beides war für mich genauso schädlich…da ich 2010 Nikotin per se noch für eines der Hauptgifte
    hielt.
    Suchtmediziner verwenden den Begriff „Dualuser“ für eine Kategorisierung von E-Zigarettennutzer.
    Sie unterstellen dieser Kategorie „Alle wollen Schaden verringern oder vermeiden und brauchen somit sichere Nikotinprodukte wie es auch bei Nicoretteprodukten der Fall ist“.

    Das macht Art.20 somit ethisch vertretbar:
    Wer Schaden vermeiden will, möchte kein Risiko mehr haben.
    Wie gesagt:
    Für mich als normale Raucherin war Nikotin per se bereits höchstes Risiko für meine Gesundheit.
    Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Nervenschäden, erblinden, Raucherbein etc……all diese Risiken
    vermutete ich alleine in Nikotin.
    Wie sollte ich da „Schaden vermeiden“ wollen?
    Das ging gar nicht. Auch aus dem Grund nicht, weil ich zu Beginn nicht wusste, aus was
    das „Chemiekaliengemisch“ besteht.
    Auch das war mir egal, da ich auch nicht wusste, was in meiner Rauchwolke noch so alles drin ist.

    Zur „Sucht“:
    Besser ist der Begriff „Abhängigkeit“.
    Von WAS ist die Mehrheit nun überwiegend abhängig?
    Von Tabak?
    Nein…..bis zu 81% können ihn locker weglassen.

    Vom Nikotin?
    Es gehört zum Wolke inhalieren dazu wegen der angenehm gewünschten Wirkung UND
    wegen dem „Flash“=sensorischem Gefühl beim Inhalieren.
    Aber „so suchterzeugend wie Heroin“?
    Das kommt aus einem Labor von Philip Morris (April 1980).
    Im Mai 1980 stellte ein Wissenschaftler fest, dass Nikotin per se kaum oder keine
    suchterzeugende Wirkung hat.
    Wollte diesem Studienergebnis die Tabakindustrie zuvor kommen?
    Wenn ja, dann haben sie es geschafft.
    Behörden und Experten, sowie auch normale Bürger glaubten der „Wahrheit“ über Nikotin
    von Philip Morris.
    Das heisst es mit aller Macht zu bekämpfen und sachlich aufzuklären.
    Nikotin als „Suchtmittel“ ist der heftigste Punkt, der momentan zur strengen
    TPD führte (zum Schutz der Jugend).
    Es ist jedoch nicht suchterzeugender als Koffein.

    Was ist es dann?
    DIe überwiegende Mehrheit ist nach jahre-jahrzehntelangem „Wolken inhalieren“
    von diesem Rauchverhalten abhängig.
    Konditioniertes/erlerntes Verhalten.
    Probiert es aus..einen Monat nur Nikotin per Kaugummi…keine Wolken.
    So wie es sich langsam darstellt, wurden wir komplett getäuscht und
    in die Irre geführt.

    http://smoker-insight.org/showthread.php?tid=8&highlight=verteufelt

  2. Jetzt muss ich aber noch ergänzen, dass es auch „Dual User“ gibt die sich nicht entscheiden wollen oder vom einem auf das andere wechseln wollen. Nicht jeder möchte mit der Dampfe aufhören zu rauchen. Und egal was irgend wer aus einem der beiden Lager dazu sagt, ist es ja wohl meine Entscheidung.
    Ich rauche und dampfe beides zu meinem Genuss. Eine E-Zigarette wird niemals den Genuss von einem Virginia oder Burley Tabak ersetzen können, genauso wenig wie einen guten orientalischen Tabak, eine Pfeife oder Zigarre. Natürlich rede ich nicht von fertig Zigaretten mit 1000 Zusatzstoffen sondern von gutem Zusatzstofffreien Tabak den man tatsächlich schmeckt.
    Auf der anderen Seite kann ebenso kein Rauchprodukt der Welt den Genuss von meiner Dampfe ersetzen. Ob ich jetzt was fruchtiges, nussiges, verrücktes oder was auch immer dampfe, es ist ebenso einzigartig. Dazu kommt noch der Spaß wenn man neue Wicklungen usw bastelt und die zum ersten mal aufglühen lässt.

    Warum soll es überhaupt auf ein entweder oder hinaus laufen? Da könnte ja auch jemand kommen, man soll nur noch Wein trinken weil der gesünder ist wie z.B. Bier. Es ist beides ein Genussmittel und jeder muss selber wissen was er sich an tut.

    Gerade zum Ende des Artikels liest man, dass tiefer keine echte Bereitschaft ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Aussage, auch wenn ich es wahrscheinlich nie schaffe besiegelt quasi, dass du es nicht schaffst. Wenn man wirklich aufhören will Zigaretten zu rauchen, dann muss man es auch machen und dann zählt nur noch ein „Ich mache das“, man schmeißt die Kippen raus und jedes mal wenn die Sucht ruft, nimmt man seine Dampfe in die Hand und wenn man es zu 100% will, schafft man das auch.
    Wenn man das nicht macht, sollte man sich nicht dauernd einreden ja ich schaffe das ja nicht, das ist dann nur eine Ausrede weil man sich nicht eingestehen will, dass einem der Genuss oder etwas anderes wichtiger als die Gesundheit ist. Wenn man keinen 100%igen Entschluss hinbekommt mit dem Rauchen aufzuhören sollte man ergründen warum man es nicht will oder einfach akzeptieren, dass man garnicht aufhören will.

    Kurz gesagt, wenn man wirklich aufhören will sollte man es tun auch wenn es am Anfang schwer ist, schafft man es. Wenn man nicht aufhören will, sollte man sich keine Ausreden suchen warum es nicht klappen kann und erst recht sollte man sich keine Vorwürfe machen. Wenn man etwas nicht will, kann man es auch nicht schaffen.

  3. Ein Kommentar der mich per Mail erreicht hat weil die Kommentarfunktion während der Wartung ausgeschaltet war.

    „hallo Roland,

    du lieferst mit das Beste, was ich bislang zum Thema ‚Dampfen‘ gefunden habe – auch ich neige sehr zur Vorratshaltung fuer den Fall der Faelle, schon alleine deswegen, weil ich gar nicht mehr zu Zigaretten zurueck kann, das schmeckt ja furchtbar!

    Weiss auch nicht, wie ich meiner Umgebung und mir das 5 0 Jahre lang antun konnte.

    Konkret: Habe derzeit 30 X 100 ml frisch angemischt mit etlichen Aromen, 3 mg Nikotin, leider den Fehler begangen, VG 70 PG 30 zu nehmen, weswegen ich jetzt etwas PG hinzu gebe wegen besseren Geschmacks.

    Ist es nach deiner Meinung wirklich zu empfehlen, alles in den Kuehlschrank zu stellen ueber Monate und Jahre, ist es nicht zu kalt dort und sind keine Geschmacks- oder Gesundheitsbeeintraechtigungen zu erwarten infolge unvorhersehbarer chemischer Reaktionen bei Dauerkaelte?

    lg aus St. Petersburg

    Paul“
    (https://transsibirischeeisenbahn.me/)

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