Temperaturgeregeltes dampfen – Temperaturkontrolle

1-PA034433

Die Temperaturkontrolle, Temperaturgeregeltes dampfen erobert gerade den Markt. Die gängige Abkürzung auf Geräten und Beschreibungen ist TC – temperature control.

Mit der Temperaturkontrolle soll kokeln (verbrannter Geschmack) der Vergangenheit angehören, das dampfen im Gesamten soll komfortabler werden.

Was ist Temperaturkontrolle, wie funktioniert sie? Was kann sie leisten und was nicht? Ein kleiner Einblick in eine neue Entwicklung die erst am Anfang steht.

Das übliche Verfahren

Der schon länger dampft kennt das. Ein Verdampfer hat einen Heizdraht. Dieser Heizdraht wird vom Strom den der Akku liefert erhitzt. Durch diese Hitze wird das Liquid verdampft. Üblicherweise sorgen Watte oder Silikat für den Liquidnachfluss zum Heizdraht.

Dieser Heizdraht bietet einen fixen Widerstand, zum Beispiel 1,8 Ohm. Gibt man Leistung vom Akku an den Heizdraht ab, so erhitzt sich dieser und würde solange glühen solange Energie fließt. Selbst dann wenn kein Liquid nachfließt. In der Praxis würde das dann zum kokeln führen, die Watte oder die Silikatschnur verbrennt. Das kann auch im zunächst unbemerkten Rahmen geschehen, bei einem kurzen Liquidabbruch.

Einfache Geräte

Bei einfachen Geräten wie den EGO Akku kann man nichts regeln, die Abgabe von Strom an den Verdampfer ist immer gleich und nimmt mit leerer werdenden Akku ab.

Bei einfach regulierbaren Geräten, wie dem Twist, hat man ein Stellrad mit dem man innerhalb bestimmter Grenzen ein klein wenig die Energiezufuhr und das Dampfverhalten beeinflussen kann.

Regelbare Akkuträger (ohne TC)

Bei regelbaren Akkuträgern oder Boxen kann man sehr genau regeln wie viel Leistung (Watt) man an den Heizdraht abgibt. Diese Geräte geben sich auch nicht mit einer Leistung von 600 oder 900 mAh ab. Dort verwendet man üblicherweise Akkus die ein- und ausgebaut werden und in einem Akkuladegerät aufgeladen werden (Achtung an Neueinsteiger – kauft ihr so eine Box, Akkuträger nützt euch das ohne Ersatzakkus und Ladegerät nichts, bzw. werdet ihr auf Dauer nicht glücklich).

Mit verschiedenen Wickeltechniken bei Selbstwicklern und verschiedenen Drahtsorten kann man so ein Maximum an Dampf erzeugen. Auch vorgefertigte Köpfe und Fertigverdampfer können da recht gut mithalten und machen das dampfen recht einfach.

Egal was man auch immer bevorzugt, selbst wickeln oder Fertigverdampfer, man hat es hier mit einer konstanten Größe zu tun, dem Widerstand.  Die verwendeten Drähte sind genau dafür gemacht dass sie immer den gleichen Widerstand haben, ob sie heiß oder kalt sind.

Der Nachteil dieser Methode ist das sogenannte kokeln. Der Heizdraht wird so lange glühen, solange er Energie bekommt, egal ob Liquid vorhanden ist oder nicht. Die verwendeten Drähte bei dieser Methode sind Kanthal und Nickel Chrom (NiCr).

Eine Akkubox die Temperaturkontrolle hat kann man auch im üblichen Wattmodus betreiben.

Die Temperaturkontrolle – Messverfahren

Anders beim Temperaturgeregeltem dampfen. Dieses Verfahren soll sicherstellen dass keine Energie mehr dem Heizdraht zugeführt wird wenn kein kühlendes Liquid vorhanden ist.

Das Geheimnis der Temperaturkontrolle liegt im Draht. Er verändert seinen Widerstand je nach Temperatur. Diese Änderung des Widerstandes erkennt ein TC Akkuträger mit seiner Software und kann damit etwas anfangen.

Legt man Spannung an den Heizdraht an, so erhitzt sich der Draht und der Widerstand ändert sich. Dem TC Gerät gebe ich vorher zum Beispiel ein dass die Temperatur nicht über 250 Grad liegen soll, so regelt der Akkuträger den Energiezufluss automatisch auf die vorgegebene Temperatur. Der TC-Akkuträger kann an dem sich ändernden Widerstand des Drahtes errechnen wie heiß es ist.

Gibt es einen Liquidabbruch so beginnt der Draht heißer zu werden und die Software regelt die Energiezufuhr an den Draht herunter, bzw. in Folge ganz ab.

Dazu muss das TC-Gerät allerdings beim ersten mal aufschrauben eine sogenannte Referenzmessung durchführen. Der Verdampfer wird bei Raumtemperatur aufgeschraubt und der Akkuträger misst den vorhandenen Widerstand. Ändert man etwas am Verdampfer, in dem man diesen zum Beispiel fester drauf schraubt, den Verdampferkopf wechselt oder gar den Verdampfer wechselt, so muss diese Kalibrierung wieder neu erfolgen.

Das Kalibrieren erfolgt automatisch und man muss nichts, je nach Gerät, weiter tun. Das eine Gerät verlangt eine Bestätigung, das nächste Gerät bestätigt das automatisch.

Soweit die Theorie die in der Praxis noch Anfang 2015 nicht so recht funktioniert hat. Doch aktuelle Geräte sind bereits soweit diese Theorie sehr gut in die Praxis umzusetzen.

Was bei den ersten Geräten für den Anwender noch recht umständlich war ist inzwischen recht Anwenderfreundlich geworden. Luft nach oben ist aber noch vorhanden. Update: Inzwischen funktioniert die Kalibrierung automatisch und der Einsteiger hat wenig damit zu tun.

Zusammen gefasst: Für eine Temperaturkontrolle bedarf es bestimmter Drähte die bei Wärme ihren Widerstand ändern und einer Software die Daten umrechnet.

Die Drähte

Verdampferköpfe aus Kanthal und Nickel 200. An den farbigen Ringen erkennt man sie.
weißer Ring / blauer Ring

Drähte die sich für ein Temperaturgeregeltes Verfahren eignen sind: Nickel 200, Titan, Edelstahldraht und Wolfram. Der momentan gebräuchlichste Draht ist Nickel 200, gefolgt von Titan.

Alle Temperaturgeregelten Akkuträger können mit Nickel 200 umgehen. Wolfram ist so gut wie nicht vertreten, Edelstahldraht macht den meisten Geräten noch Schwierigkeiten. Das liegt an dem geringen Temperaturkoeffizienten.

Diese Drähte haben einen sogenannten Temperaturkoeffizienten. Dieser sagt ein bestimmtes Verhalten bei einer bestimmten Temperaturschwankung aus. Bei Nickel 200 liegt dieser Koeffizient bei 620, Titan 350, V2A 105, V4A 100. Allerdings schwanken diese Werte je nach Hersteller und Herstellungsverfahren.

Anders ausgedrückt, bei einem Temperaturkoeffizient von 620 verändert sich der Widerstand je 100 Grad Celsius um 62%.

Das muss man als Anwender nicht wissen, ist aber nicht uninteressant. Vor allem weil man sich fragt wie kann es sein dass man eine Temperatur messen kann wenn man keinen Temperaturfühler im Verdampfer eingebaut hat (was sicher noch kommen wird). Es ist eine Temperaturmessung durch die Hintertüre.

All diese Drähte sind nicht sehr komfortabel um sie selber wickeln und man muss einiges an Geschick aufbringen. Einen guten Trick gibt es in diesem Video (vor dem ansehen müsst ihr Youtube bestätigen dass ihr das ansehen wollt).

Anders die fertigen Verdampferköpfe, reinschrauben – fertig. Man erkennt fertige Verdampferköpfe mit diesen speziellen Drähten an den farbigen Ringen die angebracht sind. Übliche Verdampferköpfe haben einen weißen Dichtungsring. Verdampferköpfe aus Nickel 200 und Titan verwenden einen blauen und roten Dichtring.

Temperatur geregeltes dampfen kann man als Backendampfer wie auch als Lungendampfer anwenden.

Mein Fazit

Temperaturgeregeltes dampfen ist auf dem Weg das komfortabelste dampfen überhaupt zu werden. Was wir jetzt erleben ist eine Aufbruchstimmung die schon sehr gute Geräte auf dem Markt bringt. Da wird es noch einiges folgen.

Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich das Temperaturgeregelte dampfen bereits empfehlen, auch dem Neueinsteiger. Vor einem halben Jahr hätte ich das verneint. Doch der Einsteiger sollte wissen was er kauft. Ich selbst nutze den iStick TC 40W und es funktioniert problemlos. Das Vorgängermodell (20W) war eine Katastrophe.

Hier noch zwei Vidoes von Philgood. Einmal beschäftigt er sich mit der Theorie, im zweiten Video mit der Praxis. Diese Videos sind Ende Juni 2015 veröffentlicht, das heißt das sind seine Erfahrungen die davor liegen, also seit dem das Temperatur geregelte dampfen auf den Markt kam. Inzwischen sind wir schon wieder ein bis zwei Schritte weiter, was man vor allem im Praxisvideo berücksichtigen sollte.

Update: Inzwischen wird die Mehrzahl aller Akkuträger mit Temperatur Kontrolle ausgestattet. Man muss sie ja nicht nutzen, kann aber.

Theorie

Praxis