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Zwei Jahre Nichtraucher

Genau genommen sind es zwei Jahre und 1 Monat. Am 07.09.1917 war es soweit, mein erster Tag ohne Zigarette.

Im Gegensatz zu vielen anderen Versuchen war es diesmal klar dass ich nie wieder eine Zigarette anrühren werde. Ich wollte vom Raucher zum Nichtraucher werden, die Zigarette loswerden. Ein millionenfacher Wunsch den viele Raucher haben.

Dazu war die Erfahrung mit der Lungenentzündung viel zu einschneidend. So wollte ich nicht weiterleben. Ein Leben ständig nach Luft ringend und um ein bisschen Lebensqualität kämpfend.

Die E-Zigarette hat mir geholfen

Viele Jahre war ich Dualuser, ich rauchte Zigaretten und nutzte zugleich die E-Zigarette. Angefangen zu dampfen habe ich im Jahre 2012, zu einer Zeit in der E-Zigaretten lange nicht so komfortabel und technisch so weit entwickelt waren wie heute.

Irgendetwas hat mir damals bei den E-Zigaretten immer gefehlt um komplett umzusteigen. Heute weiß ich was es war.

Damals besorgte ich mir alles mögliche an E-Zigaretten, von der Ego bis hin zu Boxen mit großer Leistung. Immer mit dem Erfolg dass es mir nicht genügte und ich weiter zur Zigarette griff.


Die Haptik hat es gemacht

Bei mir lag der Umstieg von der Zigarette auf die E-Zigarette hauptsächlich an der Haptik, dem Gefühl nahe an der Zigarette zu sein.

Ich brauchte etwas, das ich zwischen die Finger und Lippen klemmen kann. Zwar hatte ich die kleinen E-Zigaretten, die wie Zigaretten aussehen, getestet. Doch die haben schwere technische Mängel und man ist mehr damit beschäftigt das Ding am laufen zu halten.

Tipp

Eine einfache E-Zigarette, bei mir waren es Pod-E-Zigaretten (siehe weiter unten)

Nicht nur die Haptik ist wichtig

Gerne wird die E-Zigarette mit der Geschmacksvielfalt in Verbindung gebracht. Man kann von Erdbeere bis Käsekuchen alles an Geschmäckern verdampfen. Das riecht lecker, ist aber weit weg von der Zigarette.

Ich habe viele Aromen getestet, von Erdbeeren über die ganzen Früchte bis hin zu allem was sich Tabak nennt. Auch das legendäre Heisenberg war dabei.

Als Raucher habe ich nie auf Geschmack gesetzt. Mir war nur der Unterschied zwischen hellem und dunklen Tabak bewusst. Der Rest war egal.

Ich war also damit beschäftigt Geschmäcker zu testen und war auch oft enttäuscht. Genau das kann man beim Umstieg nicht gebrauchen.

Tipp

Sucht für den Anfang und den Umstieg einfaches Liquid. Auf die Geschmacksvielfalt könnt ihr später noch zurück greifen wenn ihr den Umstieg hinter euch habt.


Mein Plan zum Umstieg mit der E-Zigarette

Es musste also Gerätschaft her die der Haptik der Zigarette nahe kommt. Dann muss ein Liquid, ein Geschmack gefunden werden der stets gleich ist und mit dem ich mich einverstanden erkläre.

Die Gerätschaft

Die Technik der E-Zigarette muss einfach sein. Sie muss überall schnell mitgenommen werden können. Die E-Zigarette darf mir nicht im Wege stehen, sie muss mehr oder weniger nebenher laufen wie eine Zigarette.

Die E-Zigarette muss zwischen die Finger und Lippen geklemmt werden können. Wenn ich dann daran ziehe muss sie dampfen.

Daher war es für mich zwingend notwendig dass die E-Zigarette eine Zugautomatik (Unterdruckschalter) hat. Wenn man an der E-Zigarette zieht muss diese auch ohne einen Knopf zu drücken, funktionieren.

Vor zwei Jahren gab es die My von Erl die diesen Ansprüchen genügte. Sie war leicht, konnte zwischen die Lippen geklemmt werden und funktionierte mit einem Unterdruckschalter (Zugautomatik). Ich konnte also dampfen ähnlich wie ich eine Zigarette rauchte. Die My von Erl heißt heute myblue.

Ich habe aber letztendlich hauptsächlich die PEAS genutzt. Die hatte ein paar Vorteile gegenüber der My von Erl, wie günstige Ersatzpods und die Möglichkeit das Liquid selbst nachzufüllen.

Vor einiger Zeit kam dann die Caliburn auf den Markt. Die würde ich heute dem Umsteiger auch ans Herz legen.

Das Liquid

Das sollte nicht zu wenig Nikotin enthalten. Viele glauben das wäre das schädliche. Nein, bei der Zigarette sind es ein paar tausend andere Stoffe die schädlich sind.

Nikotin ist gesundheitlich betrachtet das harmloseste an der Zigarette.

Ich habe für den Umstieg 18mg/ml benutzt und verwende heute in etwa 12 bis 14 mg/ml.

Vom Geschmack her habe ich mich nicht auf Tabak festgelegt. Denn es gibt kein Liquid das nach Tabak schmeckt wie man es bei einer Zigarette hat. Es gibt bei der E-Zigarette keine Verbrennung und deshalb lässt sich das geschmacklkich auch schlecht nachbauen.

Ich suchte daher einen Geschmack der nicht an Tabak erinnert, aber mich trotzdem befriedigt und ich jederzeit selbst mischen kann. Ich habe mich dann für ein Menthol-Liquid entschieden. Menthol steigert nochmal die Wirkung des Rauchgefühls. Man bekommt den sogenannten Troath-Hit.

Mentholliquid ist mit Mentholkristallen kostengünstig selbst herzustellen und man ist nicht auf teure Aromen angewiesen.


Der Umstieg

Ich war also bereit für den Umstieg. Ich hatte meine E-Zigaretten und ein passendes Liquid das ständig gleich schmeckt.

Die ersten Tage

Der Umstieg ist trotz aller Vorbereitung kein Selbstläufer. Die ersten drei Tage sind nicht ganz einfach. Allerdings steckte ich noch mitten in der Lungenentzündung. Die Angst ein Leben ohne Lebensqualität zu führen steckte mir in den Knochen und half mir bei meiner Entscheidung zu bleiben.

Der Geschmackssinn wird besser, das merkt man recht schnell. Also zog ich los und besorgte mir geschmacklich spannende Dinge und kostete meinen neu gewonnenen Sinn aus.

So hatte ich eine Reihe an besonderen Knabberwaren, Getränke, aber auch Produkte die ich im Vergleich vorher/nachher schmecken wollte. Das hat mir richtig Spaß gemacht diese Welt zu entdecken.

Diese ersten Tage sind sehr intensiv was die neue Geschmacksvielfalt betrifft. Das ist schon fast ein Sinnesrausch.

Die ersten zwei Wochen

Ich war stolz auf die ersten Tage. Keine Zigarette mehr und die Lungenentzündung ging auch zurück.

Nach den ersten Tagen wollte ich die erste Woche voll bekommen und danach noch eine Woche. So schaffte ich die zweite Woche. Die Zigarette war aber noch lange nicht aus dem Kopf. Dafür habe ich auch zu lange geraucht.

Immer wenn sich mein Suchtzentrum meldete sagte ich ihm: „Keine Sorge, deine Sucht wird befriedigt, nur auf andere Art.“ Denn in Wahrheit ist es ja so dass man zunächst eine Sucht durch eine andere austauscht, eine Sucht die mindestens 95% weniger gesundheitsschädlich ist.

So hangelte ich mich durch die ersten Wochen und auch die Folgewochen. Auf jeden Tag, auf jede Woche war ich stolz.

Gesundheitlich verbesserte sich vieles. Manches spürte man sofort. Vieles ist auf dem Weg sich zu bessern. Manches was man sich zugefügt hat braucht Jahre bis man gesundheitlich wieder auf dem Niveau ist wie ein Nichtraucher.

Der erste Monat

Wenn ich einen Monat geschafft habe, dann schaffe ich auch noch einen Monat und dann den dritten Monat.

Man sagt dass man ab 100 Tagen von einer Entwöhnung von der Zigarette sprechen kann.

Ich merkte wie mein Büro stank. Alter und kalter Rauch quoll aus jeder Ecke, aus jedem Stück Papier. Ein Gestank den ich vorher kaum wahrgenommen habe und der mich jetzt anekelte.

Ich merkte aber auch wie sauber auf einmal der Schreibtisch ist. Keine Asche, keine verschmutzte Tastatur, gut riechende Wäsche. Das alleine ist schon eine enorme Verbesserung der Lebensqualität.

Das erste Jahr

Nach einem Jahr war ich längst über jeden Berg. Aber noch immer vermied ich Situationen wie Partys auf denen mit Alkohol gefeiert wird. Generell bin ich sowieso weniger in dieser Richtung unterwegs, doch konnte ich mir vorstellen dass zum Beispiel eine Silvesterfeier mit Zigarre auch einen Rückfall bedeuten könnte.

Mag sein dass ich für mich übervorsichtig war, doch mir war es wichtiger rauchfrei zu bleiben als auf einer Feier zu sein und wieder auf den Geschmack zu kommen. Da mag jeder anders sein.

Auch habe ich nicht getestet ob mir noch irgendwann eine Zigarette schmeckt. Wieso sollte ich dieses Risiko eingehen?

Das zweite Jahr

Längst geht es mir deutlich besser. Ich kann wieder lange Radtouren machen, kann mit meinen Hunden rum tollen und muss nicht nach jeder Belastung eine Verschnaufpause einlegen.

Die Lungenfunktion ist nicht wie bei einem Nichtraucher, aber sie verbessert sich ständig. Dieses wird regelmäßig vom Lungenarzt kontrolliert und bestätigt.

Zudem habe ich mir eine Menge an Geld gespart. Das war mir wichtig dass ich zumindest einen Großteil davon real beiseite lege und das gesparte Geld nicht im Alltag untergehen lasse.


Was gibt es sonst noch zu sagen?

Ich bin schon einige Jahre in der Dampferszene unterwegs.

Es gibt nicht wenige Dualuser die den kompletten Umstieg nicht schaffen.

Ich kann nur empfehlen über Haptik und Rauchrituale nachzudenken. Darüber hinaus senkt Alkohol die Hemmschwelle und der Griff zur Zigarette wird dadurch leichter.

Doch man kann den Umstieg mit der richtigen E-Zigarette relativ einfach schaffen.

Derzeitiges mediales Umfeld

In all den Jahren gab es kaum eine Zeit in der sich die E-Zigarettenszene so stark gegen Falschberichte wehren musste wie derzeit. Es scheint als ob man gezielt die E-Zigarette in ein schlechtes Licht rücken möchte.

An die explodierenden E-Zigaretten, die in Wahrheit auf den falschen Umgang mit Akkus zurück zu führen sind, hat man sich ja fast gewöhnt. Auch an die Zeitungsenten darüber.

Derzeit sind es Tote in den USA. Diese sind auf nicht zugelassene Substanzen in der E-Zigarette zurück zu führen. Doch im Blätterwald bleibt „Tote durch E-Zigarette“ übrig. Das stimmt einfach nicht. Das wäre so als ob man schreiben würde „Tote durch die Spritze“. Die gibt es, wenn Substanzen verabreicht werden die nicht zulässig sind. Kommt man auf die Idee jetzt die Spritzen zu verteufeln oder gar zu verbieten?

Lasst euch nicht verrückt machen, das was in diesem Zusammenhang in den Medien steht ist meist falsch. Es gab keine Toten durch die E-Zigarette. Es gab Tote durch Drogen die in der E-Zigarette verwendet wurden.

Wollt ihr umsteigen, so lasst euch nicht von diesen Meldungen beeinflussen. Geht lieber in Gruppen auf Facebook oder in E-Zigaretten-Foren.

Lest unter News nach. Da verlinke ich den einen oder anderen Bericht dazu wie auch Aktionen die man deshalb ins Leben rufen musste.

Liquid selbst herstellen

Zum herstellen von Liquid braucht man eine sogenannte Base, sprich eine Mischung aus Propylenglycol, Wasser und Nikotin. Die gibt es im Handel in den verschiedensten Nikotinstärken zu kaufen. Dazu kommt dann das Aroma der eigenen Wahl, in meinem Fall ist es Menthol (ca. 1% bis 2%).

Man kann sich größere Mengen noch in Großbritannien bestellen. Habe erst kürzlich einen Liter Base bei bunkerbase.co bestellt. Obwohl ich noch genug Literware habe. Wollte sehen wie schnell die Base ankommt.

Neben dem selbst herstellen kann man sich auch fertige Liquids kaufen. Achtet auf genügend Nikotin.

Selber mischen

Beschäftigt euch, falls ihr frischer Umsteiger seid, nicht gleich am Anfang mit dem selber mischen. Kauft lieber fertige Liquids oder Mischsysteme bei deutschen Händlern.


Zusammenfassung

Die E-Zigarette hat mir beim Umstieg enorm geholfen.

Bei mir war es aber nicht die Technik, sondern vor allem die Haptik. Es musste etwas sein das dem Handling und dem Gefühl einer Zigarette nahe kam.

Viele Jahre habe ich mich von immer neueren Geräten verleiten lassen und kaufte mich durch das Angebot der Händler. Ich dachte ich kann mir den Umstieg erkaufen.

Im Grunde eine Ablenkung von dem was ich wollte. Um umzusteigen braucht es nicht viel. Später kann man dann noch genug testen und ausprobieren.

Erst als ich mir die passenden Gerätschaften besorgte (die obendrein noch wesentlich günstiger sind als die „großen“ E-Zigaretten) war der Weg frei um den Umstieg anzugehen.

Die ersten Tage gilt es durchzuhalten, ganz so einfach lässt euch die Zigarette nicht los.

Als Gerät würde ich heute die Caliburn oder die Smok Novo empfehlen. Das sind absolut zuverlässige Geräte mit Zugautomatik, robust, klein und handlich.

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